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Damals & Heute - 2-
Kommunikation damals und heute
Um es mal gleich vorneweg zu nehmen, wir hatten kein Telefon, als ich ein Kind war.
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Wir wohnten bei den Großeltern und die bekamen dann einen Anschluß. Das war ein richtiges Ereignis. Müßte so Anfang der 60-iger Jahre gewesen sein.
Ehrfürchtig bestaunte ich es, telefonieren, ne, das durfte ich natürlich nicht. Wen hätte ich auch anrufen sollen?
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Wenn wir etwas von den Freunden wollten, gingen wir hin oder fuhren mit dem Rad vorbei. Wir waren ja auch noch den ganzen Tag draußen zum Spielen--- eine ganz andere Zeit!
So, wie die jungen Leute heute teilweise ihr Handy fest am Ohr implantiert haben, nein, das finde ich echt blöde. In der Regel werden nur die größten Belanglosigkeiten dort weitergegeben. Ob das irgendeinen Sinn macht?
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Die Umgangsformen wurden mir beigebracht, "..man meldet sich mit seinem Namen,"---was ja heute leider nicht mehr üblich ist. Dann durfte ich schon mal ein Gespräch entgegen nehmen... kam aber nicht sehr oft vor.
Die Onkels wohnten weiter weg, da wurde dann am Wochenende telefoniert.
Das Telefon war so ein alter Kasten, (wie der oben gezeigte), stand im Flur, hatte nur eine ganz kurze Schnur. So stand man die ganze Zeit dort, auf die Dauer war das sehr ungemütlich.
Man faßte sich aber auch relativ kurz. Es war nicht üblich lange Gespräche am Telefon zu führen.
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Unsere Familie bekam erst sehr viel später einen eigenen Telefonanschluß, man vermißte es aber auch nicht.
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Im Urlaub schrieb man Briefe und Karten. Noch heute denke ich voller Scham an die Bettelbriefe in alle denkbaren verwandschaftlichen Richtungen, als ich mal zur Kur oder mit der Gruppe weg war. Fand da irgndwie mal eine Karte wieder...."und hier ist alles so teuer. ..." (Schickt mir Geld, sollte das wohl heißen).
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Als ich selber eine eigene Wohnung hatte, (das war schon relativ früh), hatten wir zuerst ein Telefon, nachdem es aber mehrmals zu Unstimmungkeiten mit der Post kam, meldeten wir das ab.
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So mußte ich lange Jahre zu einem Telefonhäuschen gehen, wenn ich jemanden anrufen wollte...oder aber ich schrieb einen Brief.
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Überhaupt habe ich früher viel öfter Briefe geschrieben...man hatte irgendwie die Zeit dafür. Schönes Briefpapier und Kolbenfederhalter...ja das waren so meine Dinge. Habe lange alte Füllfederhalter gesammelt... am besten die zum Aufziehen der Tinte.
-
Vor knapp zwei Jahren haben wir jetzt sogar Handys angeschafft. Wir hatten uns lange dagegen gesperrt, aber da wir jede Nacht einzeln unterwegs sind, und auch weit über Land fahren müssen, ist das einfach ein Sicherheitsfaktor... man könnte Hilfe holen, falls nötig.
..
Heute nun haben wir technisch seit gut einem Jahr aufgerüstet, wir haben Internet und ich nutze es bekanntermaßen sehr viel. Bin praktisch ohne Vorkenntnisse ins neue Jahrtausend geruscht. Ich schliddere ja eigentlich immer noch.
Alles geht superschnell...manchmal vielleicht zu schnell. Die Ruhe, auf eine Antwort zu warten hat man kaum noch.
..
Inzwischen hat der beste aller Ehemänner auch ein Kästchen (Laptop) bekommen. Nun hocken wir beiden vor den Dingern und haben kaum noch Zeit uns die Filme anzusehen und die Bücher zu lesen oder mal was ganz anderes zu machen.
So hat diese Technik unser Leben ganz verändert.
..
Zur Kommunikation fallen mir die endlosen Stunden bei meiner Oma ein. Wir hatten immer etwas zu erzählen. Nichts aufregendes, eben alles alltägliche, aber es war einfach schön. Wir saßen beim Kaffee, und hatten ein Zigarettchen an (ja, ich habe ganz früh angefangen zu rauchen...heute NICHTRAUCHER aus Leidenschaft), oder handarbeiteten gemeinsam... so was gibt es ja leider schon sehr lange nicht mehr.
Aber damals kräuselten sich sie Rauchkringel und es war dermaßen gemütlich. Bei mir gabs schon damals sehr oft Tee und viele Musike...so konnte man das aushalten. Da saß man dann und plauderte...
...
Was ich zu diesem Thema denke? Ungeanhte Möglichkeiten heute, aber früher hatte alles einfach viel mehr Charme.
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PS:
Nun lese ich das alles noch mal durch und mir fällt auf, daß ich HIER im Internet doch schon sehr nette Menschen getroffen/kennengelernt habe. Hier plaudern wir halt schriftlich...
...und über ganz große Entfernungen...das ist doch eigentlich richtig TOLL !
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follygirl 24.10.2009, 11.50 TB | PL | einsortiert in: Damals und Heute | Tags: Aktionen
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Kommentare zu diesem Beitrag
Hallo Petra,
das klingt doch sehr ähnlich wie bei mir. Aber obwohl ich schon früh einen PC hatte, hat er bei mir bis heute nicht die Bücher oder auch mal das Fernsehn ersetzen können. Bücher regen meine Fantasie an und ein guter Film oder ein interessanter Dokumentarbericht im Fernsehn ist für mich immer noch erstrebenswerter als das Stöbern im Internet (mach ich trotzdem auch.) Alles hat seine Zeit, nur ist sie heute irgendwie schneller und anstrengender geworden.
Lieben Gruß
Elke
vom 26.10.2009, 16.35
hallo liebe petra,
ich habe gerade einen mehrjährigen krieg mit der telekom hinter mir und denke an vergangene zeiten als man noch kündigen konnte ohne das sich ein rattenschwanz hinterherzog.
ist heute ohne, eifach nicht mehr mäglich!
an die abende an denen ich an den lippen meiner mutter ging vergesse ich auch niemals.
schon meine kinder fragten immer nach ...und was war dann?
jetzt ist es der liebslingssatz meines enkels wenn wir zusammen am tisch sitzen und mittagessen *g*
ich geb zu... ich gehören zu dene, die gern von früher erzählen und dann auch mal sagen was mir an früher besser gefiel und was jetzt besser ist!
dir einen schönenen sonntag
lieben grüße
spini
vom 25.10.2009, 10.09
Ich habe leider keinen, dem ich meine Geschichten von früher weitergeben kann.
So schreibe ich wenigsten mal drüber...
Ich muß sagen, im großen und Ganzen sind wir jetzt mit der T.elecom ganz zufrieden, habe auch so gar keine Lust auf Ärger.
LG, Petra
Hallo Petra,
Ich hatte schon einen Beitrag zur Kommunikation bei mir geschrieben und hatte das Glück, dass wir schon in den 30iger Jahren, also vor dem Krieg einen Telefonanschluss hatten. Man musste sich mit der Anschlussnummer melden. Also mit, "Ober-Mois 45". Komischerweise habe ich das - aus meiner Kindheit - noch nicht vergessen, dagegen vergesse ich vieles, was in der letzten Zeit passiert ist.
Ich habe nie gerne Briefe geschrieben, bis ich ende der 50iger nach Amerika kam. Telefonieren nach Deutschland war sehr teuer, also blieb nur das Briefeschreiben übrige und siehe da, plötzlich ging es aus Notwendigkeit und mit der Zeit hat es sogar Spass gemacht.
Heute geht fast 80% nach Deutschland via e-mail, weil fast alle einen Internetanschluss haben. Für die Post schlecht, weil ich dann nicht mehr so viele Briefmarken kaufe. :)
Wenn es zur persönlichen Unterhaltung kommt, das ändert es sich bei mir von einem Tag zum nächsten. Mal bleibt mein Mund nicht stehen und dann wieder habe ich nichts, was ich erzählen kann. Das macht sich auch bei mir auf dem Internet bemerkbar.
LG KH.
vom 24.10.2009, 19.32
Das finde ich so richtig interessant...mach doch mir bei der schönen Aktion. Du hast bestimmt eine Menge toller Dinge zu erzählen.
Mit den teueren Telefonaten nach USA, daß kenne ich noch, denn meine Schwester hat einige Jahre dort gelebt.
LG, Petra
Toller ausführlicher, interessanter Bericht. Wie sich doch die Zeiten geändert haben! Dieses gemütliche Beisammen-Sitzen und Erzählen, telefonieren nur kurz, wenn überhaupt, ja, das hat sich alels verändert. Aber es ist, wie es ist, man kann die Zeit nicht zurückdrehen und heutzutage durch das Internet gibt es auch ganz viele Möglichkeiten.
vom 24.10.2009, 16.31
Danke für Deinen Kommentar.
Ein bißchen Wehmut kam doch bei mir auf...ist schon sooo lange her.
Es stimmt aber, auch heute gibt es gute Dinge und viele Vorteile.
LG, Petra.
Das mit den Umgangsformen kenne ich auch! Mir wurde beigebracht, dass ich mich mit "Vor- und Zunamen" am Telefon zu melden hätte - und das mache ich heute noch. :-) Und es kommt mir sogar im Büro zu Gute, denn da gibt's drei Frauen mit dem gleichen Nachnamen. ;-)
vom 24.10.2009, 16.08
Danke für Deinen Gegenbesuch.
...und gute Manieren haben noch nie geschadet... das ist auch heute noch so.
LG, Petra
dein Telefon ist ja noch älter als meines ;)
bei den Bettelbriefen musste ich jetzt echt schmunzeln, ja da kommen Erinnerungen auf. Genauso war das bei mir auch. Ich glaub ich hab sogar noch so ein Exemplar, werd es mal suchen und eventuell (wenns nicht zu peinlich ist) im Blog zeigen ;)
Du hast aber auch recht, ohne Internet würde man viele nette Menschen nie kennenlernen, was auch sehr schade wäre
Wünsch dir noch einen schönen Samstag
Liebe Grüsse
Brigitte
vom 24.10.2009, 12.16
Das mit den Bettelbriefen...das ja wirklich sowas von peinlich....aber leider wahr:
Das Telefonbild habe ich zufällig gefunden (und noch auf ganz alt gemacht), aber es gab diesen Apperat bei uns wirklich.
LG, Petra
Tja, die gute, alte Zeit. Ich bin ja wohl nun ein bisschen jünger als Du, aber auch ich durfte nicht einfach so telefonieren. Da musste um Erlaubnis gefragt werden.
Heute sind wir mit Kommunikationsmitteln so was von vollgestopft, dass man gar nicht weiß worauf man als erstes reagieren soll. Doch trotzdem möchte ich das ganze Zeug nicht missen. Es kommt halt darauf an wie man es nutzt oder ob man sich zum Sklaven macht.
vom 24.10.2009, 12.04
Ja, reibst der alten Frau nur feste unter die Nase...
Ne, im Ernst, manchmal denke ich an die ruhigeren Zeiten und wünschte ich würde mir mehr Zeit für andere Dinge nehmen...
LG, Petra
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